Letzten Sommer waren wir das erste Mal mit dem eigenen Auto in England und haben eine Rundreise von Dorset nach Cornwall und zurück nach East Sussex gemacht. Traumhaft schön war das und England hat unser Herz im Sturm erobert – wir sind so begeistert, dass wir direkt die nächste Reise gebucht haben. Aber bevor ich euch davon erzähle, nehme ich euch erstmal mit auf unsere erste Reise.
Rundreise selber planen
Ich habe alles komplett allein und individuell auf uns zugeschnitten gebucht. Wichtig waren genug Strandmomente für die Kids, aber eben auch genug Abwechslung für uns Eltern. Es hat sich keiner beschwert, daher denke ich die Art wie wir es gemacht habe, war für alle super. Wir haben innerhalb von 8 Tagen 4x die Unterkunft gewechselt. Es war natürlich günstiger länger an einem Ort zu bleiben als für 5 Personen immer zwei Hotel Zimmer zu buchen, deswegen haben wir 2 Nächte in Cerne Abbas und 5 in Zennor verbracht. Ich habe geguckt, wo es zum einen schön und günstig ist und wo man zudem dennoch so zentral liegt, dass man viel sehen kann. Und dann arbeite ich immer mit einer google Maps Karte und vielen Herzen, da sehe ich immer wo ich gern hin möchte – die Orte zum Übernachten markiere ich mit Sternen. Und dann habe ich meine kleine Route. Ich liebe es die Pläne zu machen. So habe ich es in Schweden gemacht und dieses Jahr auch für die Normandie.
Wir sind frühmorgens von Calais nach Folkstone mit dem LeShuttle gefahren und das war halb so schlimm, wie alle immer sagen. Für mich war es sogar die einzig wahre Möglichkeit mit dem Auto nach England zu fahren, denn freiwillig auf ein Schiff wollte ich nicht unbedingt. Aber so hat jeder seine Preferenzen, der eine kann sich nicht vorstellen unter dem Ärmelkanal zu fahren, der andere nicht oberhalb. Aber es dauert wirklich nicht lange. Ich habe die Zeit gestoppt. Unter der Erde ist man ca. 40 Minuten unterwegs. Es ist schnell und unkompliziert, super organisiert, wenn man den richtigen Zubringer in Calais findet und daher für uns eine tolle Möglichkeit mit dem eigenen Auto eine Rundreise in England zu machen.
Dorset – total unterschätzt
Wir sind früh morgens auf der Insel angekommen und unser erster Stop war Camber Sand – ein wunderschöner großer, breiter Sandstrand mit Dünen. Wir haben den Vormittag am Strand verbracht und sind dann weiter nach Rye, ein süßes Städtchen was ich vor 20 Jahren schon mal besucht habe. Das England uns mit 30 Grad empfangen würde, damit hatten wir nicht gerechnet, aber es war wirklich sehr sommerlich und wir waren nicht die einzigen die auf den Küstenstraßen unterwegs waren. Unser erster Stop war in Cerne Abbas. Dort hatten wir ein süßes Airbnb in einer alten Scheune. Von außen unscheinbar, von innen mit liebe eingerichtet. Gleich neben an war eine Brauerei auf der gerade ein kleines persönliches Festival war und so hatten wir wunderbare Live Musik am lauen Sommerabend. Von unserer Scheune konnte man über Pferdekoppeln ins kleine Dorf laufen. Alles very british und irgendwie süß. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ist der riesige Mann und sein bestes Stück im Berg. Wir waren zwei Näche in Dorset und haben von dort die Küste mit Weymouth, Isle of Portland und die wunderschöne Landschaft an der Durdle Door besucht. Zu gern wäre ich noch zur Lulworth Bucht, aber es war wahnsinnig warm, Wochenende und damit waren natürlich auch sehr viele Engländer unterwegs zu ihren wunderschönen Küstenorten und daher haben wir uns dagegen entschieden. Sicher auch auch schön dort. Grundsätzlich glaube ich das diese Ecke von Südengland total unterschätzt wird. Wir hätten uns auch da noch länger aufhalten können. Aber unser Ziel war Cornwall.



Richtung Cornwall ging es weiter über Bridport zu den wunderschönen West Bay Cliffs. Dort haben wir einen wunderschönen Strandtag gehabt. Es lohnt sich auf jedenfall zu Fuß unten am Wasser weiter entlang der Cliffs zu laufen. Es wird immer leerer und es ist sehr beeindruckend die hohen Felsen neben einem zu sehen.

Eine Esel Auffangstation und Bed & Breakfast
Ein kleiner Geheimtipp und wirklich schön angelegt war die The Donkey Sanctuary – dort konnte man nicht nur lecker und preisgünstig essen, sondern auch so süße Esel sehen. Es war der perfekte Zwischenstop mit Kids auf dem Weg Richtung Cornwall. Ich liebe es wenn unsere Raststätten nicht einfach nur Rastplätze sind, sondern auch noch etwas Erlebnischarakter haben. Ich wollte gern nach Branscombe und sagen wir mal so – der Weg dorthin hatte auch sehr viel Erlebnischarakter, denn wenn das eigene Auto gerade so auf die Straße zwischen Büschen und Mauer passt, wird es etwas kompliziert, wenn von vorne noch ein Trecker kommt. Aber wir haben es geschafft. Sicher gab es in England die ein oder andere Schramme, aber die Straßen waren auch wirklich oft abenteuerlich. Richtig bis in den Ortskern nach Branscombe haben wir uns dann auch nicht getraut, aber die Ecke soll auch sehr schön sein. Aber wir hatten noch etwas Weg vor uns zu unserem Bed & Breakfast und wir hatten den Jungs doch noch eine Runde schwimmen versprochen, dieses Versprechen sollten wir nicht halten können. Denn das Wetter schwang um. Mit der Anreise in Cornwall verließen uns die sommerlichen Temperaturen, es wurde grau und das Meer stürmischer. So konnten wir die steinige Bucht Sharrow Beach nicht entspannt genießen. Im nachhinein wäre für die Kids vermutlich auch Tregonhawke Beach besser gewesen.

Unser einzige Nacht in einem Bed & Breakfast war Herzlich und typisch British. Die Familie hatte selbst mehr als eine Handvoll Enkelkinder und war auf die Energie und Entdeckerfreude unserer Jungs bestens vorbereitet. Es gab einen Billiard Tisch und eine Dartscheibe und einen riesigen Garten zum Fußballspielen – wir fühlten uns sehr willkommen. Eine wirklich große Empfehlung. Wenn wir mal zu Zweit unterwegs sind, dann würde ich häufiger Bed& Breakfast buchen, für uns 5 war es doch recht kompliziert was zu finden. Aber diese eine Erfahrung wollte ich mit den Kids unbedingt machen. Unsere Gastgeberin dort hat uns auch den kleinen Ort Looe empfohlen. Ähnlich Polperro, wunderschön aber nicht ganz so überlaufen, denn meistens fahren die großen Busse doch Polperro an. Ihr könnt am besten am Millpool Parkplatz parken und von dort Richtung Banjo Pier laufen. Wir hatten einen wunderschönen Vormittag, haben die Stadt erkundet, leckere Kuchen mitgenommen, die mich an unseren Schwedenurlaub im letzten Jahr erinnert und haben uns dann zum Lunch zu einer ganz besonders gelegenen Beachbar gemacht. Zwischen Looe und Polperro liegt die Talland Bay und dort gibt es ein wirklich süßes Beach Café. Wir haben dort zwar leider in einer dicken Regenwolke gesessen, aber dennoch konnte man sich vorstellen, wie schön es bei sonnigem Wetter sein muss. Ich glaube in der Ecke kann man auch super Wandern – vielleicht zum Leuchtturm? Wir müssen auf jeden Fall noch mal wieder kommen.

Weiter Richtung Norden
Wir sind dann von der südlichen Ecke rund um Polperro am Nachmittag hoch Richtung Boscastle gefahren. Ganz in der Nähe hatten wir unsere nächste Unterkunft. Boscastle war wirklich süß, aber wir haben da ziemlich viel Zeit mit Laufen verbracht, da wir furchtabr weit weg geparkt haben. Besser wäre vermutlich dieser Parkplatz. Unsere nächste Unterkunft war ein kleiner Glücksgriff. Als ich gebucht habe, war das Hotel noch in Besitz anderer Eigentümer, inzwischen hatte es den Besitzer gewechselt und war viel moderner und hipper als wir erwartet haben. Gelegen an einer wirklich kleinen Bucht haben wir dort aber eine wundervolle Zeit gehabt. Wir haben unglaublich lecker im Hotel gegessen, wir haben mutige Kids mit ihrem Papa von den Klippen in die Wellen springen sehen und auch der Sonnenuntergang direkt am Meer war dort einfach ein Traum. Wunderschön und sehr besonders.



Inzwischen war es zwar noch warm, aber immer bewölkter. Wir sind unterwegs zu unserer Hauptunterkunft in Padstow, Newquary und an den Beruthan Steps gewesen. Das einzige was mich da wirklich beeindruckt hat waren die Klippen, der Wind und das tosende Meer an der Küste. Beide Städte haben mich nicht wirklich gecatcht. Padstow war voller Reisebusse und Newquary irgendwie auch nicht mein Ort. Richtig schön war es hingegen in der Crantock Bay – so weitläufig und trotz des Wetters waren die Jungs nicht zu bremsen und sind im Flussbett schwimmen gewesen.



Ich habe an dem Küstenabschnitt so viele schöne Strände als Herzen markiert in meiner google Karte, wir haben leider nicht mal annährend die Hälfte gesehen, denn man kann dort so viel Entdecken und von unserem neuen Farmhouse in Zennor sind wir nicht wieder zurück gefahren, sondern haben Orte wie das Minack Theatre, Mousehole, Pendeen und Sennen Cove besucht. Auch in Zennor selbst konnte man super wandern und wir sind einen Teil des Küstenwanderwegs gelaufen, haben geschwitzt, geflucht und dachten oft – „Das ist doch kein Weg“ – es war ein unglaubliches Erlebnis und der Roman „Der Salzpfad“ bekommt noch mehr Bewunderung. Zennor liegt nicht weit von St. Ives und da haben wir auch fast einen ganzen Tag verbracht – das Örtchen hat mich begeistert. Auch wenn es da natürlich auch nicht ganz leer war, die Schiffe erst im Wasser und dann bei Ebbe zu sehen ist schon besonders. Wir waren dort im Hub Burger Essen und haben am Strand einen Bade Stopp eingelegt. Geparkt haben wir in der Mitte der beiden Hauptpunkte, so konnten wir beides gut erreichen. Moushole ist wirklich ein Mäuseloch. Mit unserem VW Bus hatten wir schon fast Sorge wir würden es nicht schaffen durch die engen Gassen. Falls ihr mit dem Wohnmobil unterwegs seid, dann müsst ihr den Ort leider meiden.


Inzwischen waren wir 7 Tage unterwegs – tatsächlich hätte ich noch viel länger in Cornwall bleiben können. Ich komme auf jeden Fall noch mal wieder. Dennoch ging es für uns am 8. Tag Richtung Dartmoor. Davon erzähle ich euch in Teil 2 meiner England Rundreise.


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