Unser Homeoffice-Problem und die Lösung mit Licht
Ich habe die letzten Jahre mit meinem Homeofficeplatz mitten in der Küche gesessen. Das war eine Zeit lang auch ganz praktisch, aber für einen Zoom mit einer Kundin auch oft schwierig. Zudem war es einfach immer Trubel und wenn ich in Ruhe etwas machen wollte, war es nicht möglich.
Also haben wir nach einer Lösung gesucht und entschieden, dass wir unser Wohnzimmer so wie es früher einmal war, in der Mitte teilen. Zu Weihnachten ist es so zwar wirklich eng, aber wie viele Wochen steht schon der Weihnachtsbaum im Vergleich zum Rest. Und zum Fernsehen gucken brauchen wir nicht viel Platz.
Licht sollte dennoch weiter in beiden Räumen sein und so war klar, wir brauchen eine Lösung mit Glas oder etwas Ähnlichem. Ich mag die Optik von Riffelglas, aber das zu kaufen wäre viel zu teuer gewesen. Aber wir hatten eine andere Idee. Doppelstegplatten, die eigentlich für Terrassendächer gemacht sind, sind ideal und so haben wir unsere Trennwand aus diesen Doppelstegplatten gebaut. Hohlkammerplatten nennt man die, glaube ich.

Vorher

Nachher

Die Grundidee der Trennwand
Unsere Idee war, eine feste Trennwand zu bauen, die Licht durchlässt, bezahlbar ist und sich optisch ruhig in den Raum einfügt. Die Wand sollte unten Stauraum bieten, damit der Platz nicht verschenkt wird. Außerdem wollten wir möglichst wenig an den Doppelstegplatten rumsägen, damit sie sauber bleiben und nicht billig aussehen.
Deshalb haben wir die Breite der Trennwand so geplant, dass wir die Platten nur in der Höhe kürzen mussten, aber nicht seitlich.

Jetzt der Ikea Hack – Ivar als Basis
Wir haben unsere alten Ivar-Schränke genommen. Das sind zwei von den 30 x 80 cm Ivars. Zusätzlich haben wir über eBay Kleinanzeigen einen halben Ivar gefunden. Der hat nur 40 cm und ergänzt die Trennwand.
So kamen wir auf eine Breite, die perfekt zu unseren Doppelstegplatten gepasst hat. Wir mussten sie also nur in der Höhe kürzen, aber nicht an den Seiten und das war glaube ich auch gut. Machbar ist es sicherlich, aber viel schwieriger, da sie da leichter einreißen. Aus dem Grund sind es bei uns auch zwei Platten geworden, obwohl ich eigentlich eine ungerade Zahl wie drei optisch oft schöner finde.
Die Ivar-Schränke bilden bei uns das Fundament der Wand. Sie stehen unten, tragen die Konstruktion und sind gleichzeitig Stauraum.
Aufbau der Unterkonstruktion
Zuerst haben wir die Ivar-Schränke an ihrem Platz ausgerichtet. Da ist Genauigkeit gefragt.
Danach haben wir die Rückseiten der Schränke mit großen HDF-Platten verkleidet. Von den Seiten ebenfalls, sodass eine geschlossene Fläche entsteht. Hier ist es wichtig, dass die Platten gut fixiert werden bis der Kleber trocknet. Wir haben uns aus optischen Gründen für das Kleben entschieden. Oben haben wir eine Holzplatte als Deckplatte aufgesetzt, zugesägt und von innen verschraubt. Dann haben wir alles gestrichen. Wichtig ist hier, sauber zu arbeiten und alles gerade auszurichten. Wenn die Basis schief ist, wird die ganze Wand später schief.


Der Holzrahmen an der Decke
Dann haben wir einen großen Holzrahmen gebaut, der später die Doppelstegplatten hält. Dieser Rahmen ist aus Banklatte Fichte 58×28 mm und wurde an der Decke verschraubt und steht auf den Ivar-Schränken auf, ist aber nicht an den Seiten fixiert. So kann die Konstruktion ein bisschen arbeiten, ohne dass Spannung entsteht.
In diesen großen Rahmen haben wir dann einen zweiten, kleineren Rahmen gebaut. Dieser innere Rahmen ist dafür da, die Doppelstegplatten sauber einzuspannen.
Bei Instagram habe ich ein Video, dass euch den Bau des Rahmens zeigt.
Einsetzen der Doppelstegplatten
Die Hohlkammerplatten haben wir auf die richtige Höhe gekürzt. Danach haben wir sie unbedingt mit einem Kompressor durchgepustet, damit die ganzen Plastikkrümel aus den Kammern rauskommen. Das ist wirklich wichtig, denn sonst sieht man den ganzen Dreck später dauerhaft in der Wand.
Dann haben wir die Platten in den inneren Rahmen gesetzt. Das kannst du dir am besten in diesem Video anschauen:
Um sie zu fixieren, haben wir eckige Quadratleisten in 17×17 mm genommen und diese mit einem Hochdrucktacker befestigt. Dadurch sitzen die Platten fest, sehen sauber eingefasst aus und können sich trotzdem minimal bewegen.


Materialien und Einkaufsliste
Je nach Größe der Wand braucht man Unterschränke. Bei uns waren das Ivar-Schränke von Ikea, da sie aus Holz sind.
Zusätzlich braucht man:
- HDF-Platten zur Verkleidung der Rückseite und Seiten der Unterschränke
- Holz für den äußeren Rahmen, unser Holzrahmen ist aus Saunaholz (Banklatte Fichte 58×28 mm)
- Quadratleiste 17×17 mm für den inneren Rahmen, der die Platten hält
- Hohlkammerplatten 10 mm (Stückpreis 70€)
- gute Schrauben
- Hochdrucktacker
- Tischkreissäge
- Kompressor oder Druckluftspray zum Auspusten der Platten, wenn ihr schneiden müsst.
Je nach Geschmack kann man das Holz später noch streichen. Wir haben alles farblich so angepasst, dass es ruhig wirkt und sich gut in den Raum einfügt. Der rosa Ton war noch übrig von der Treppe und die Ivars waren eh bereits in der Farbe gestrichen. Zur Auswahl stand auch noch ein helles blau oder helles gelb.
Es hat sich gelohnt – ich liebe meinen neuen Arbeitsplatz
Wir sind mit der Lösung super zufrieden und ich kann mir gar nichts anderes mehr vorstellen hier. Von der einen Seite kann man direkt das Sofa ranstellen und von der anderen Seite haben wir eine Ablage, die unsere ganzen Büroutensilien beherbergt.
Ich arbeite seitdem auf jeden Fall wieder viel lieber im Homeoffice und habe jetzt auch einen schönen Hintergrund für Zoom-Meetings. Der Raum ist getrennt, aber nicht dunkel. Genau so wollten wir das.
Kleine Learnings aus dem Projekt
Die Planung der Breite ist entscheidend. Wenn ihr es irgendwie schafft, die Doppelstegplatten nicht seitlich zu schneiden, spart ihr euch viel Gefummel und das Ergebnis sieht deutlich hochwertiger aus.
Die Platten von innen sauber zu machen ist kein nettes Extra, sondern Pflicht. Wenn da Dreck drin bleibt, ärgert ihr euch jedes Mal, wenn Licht durchscheint. Ich wurde auch oft gefragt, ob ich es im Badezimmer auch mit den Hohlkammerplatten machen würde, zum Beispiel als Duschtrennwand auf der Badewanne. Ich würde sagen – Auf keinen Fall. Da die Feuchtigkeit sich in den Kammern sammelt, wird das glaube ich ziemlich schnell ekelig. Aber vielleicht da eine Plexiglasplatte die ihr mit Riffelglasfolie beklebt eine tolle Löung. Da wir oft in der Badewanne duschen, bin ich am überlegen, ob wir das einfach mal ausprobieren und testen, ob das klappt.
Wichtig für unsere Trennwand war aber vor allem eins! Nehmt euch Zeit fürs Ausrichten. Der optische Eindruck steht und fällt damit, ob alles gerade ist. Im Nachhinein hätte ich es mega gefunden, wenn wir die Trennwand Rollbar gebaut hätten mit einer art Schienen System, so dass wir sie zum Beispiel zu Weihnachten hätten verschieben können. Aber das wäre wirklich Luxus gewesen und bestimmt auch nicht so einfach, wie ich mir das vorstelle. Aber die Idee mag ich immer noch!









