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So eine Baustelle kann ganz schön gruselig sein – Abenteuer Altbau!

Also eigentlich zeige ich euch auf meinem Blog ja vor allem schöne Bilder. Meistens räume ich vorher auf, rücke hier und da ein wenig die Möbel zu recht, aber ich habe gedacht, es interessiert vielleicht auch einige von euch, wie so eine Baustelle an einer Bestandsimmobilie, bzw. einem Altbau wirklich aussieht. Was man alles so entdeckt und womit man im Leben nicht gerechnet hat.

Am besten hole ich da sogar etwas weiter aus. Wir haben unser Haus 2009 von einem Paar mittleren Alters gekauft, diese wiederum hatten es nur ein Jahr zuvor in „saniertem Zustand“ von einem Oldenburger Bauunternehmen gekauft. Eigentlich sollte man meinen, dass man da ein wirklich guten Fund gemacht hat, ein saniertes Haus mit neuen Leitungen, neuer Heizung, neuer Elektrik, neuen Fenstern, neuem Dach und sogar gedämmt. Uns wurde nach dem Kauf leider schnell klar, dass hier mehr schlecht als recht saniert wurde, dass gewisse Dinge einfach so hingeschummelt wurden und das vor allem das ganze aus Resten zusammengesetzt wurde, die vermutlich keiner mehr haben wollte. Ja und so begann unser Altbau Horror schon nach ein paar Wochen wohnen. Es stellte sich heraus, dass der Schimmel hinter den Fußleisten im Wohnzimmer nicht durch Kleister entstand, sondern wir durch falsche Sanierung nun mit aufsteigender Feuchtigkeit zu kämpfen hatten. Damals mussten wir im Wohnzimmer alles rausreißen, es gab Streitereien mit dem Bauunternehmen und Gutachtern und wir hatten über ein Jahr lang kein Wohnzimmer, welches wir nutzen konnten. Damals waren wir noch zu Zweit und ich kann mich tatsächlich kaum noch an dieses Chaos, den Frust und den Ärger erinnern, denn im Verdrängen bin ich wirklich gut. Jedenfalls wussten wir aufgrund dieser Erfahrung, dass das Projektanbau eventuell weitere Überraschungen zum Vorschein bringen könnte. Aber wir wollten dieses Abendteuer unbedingt und so haben uns auch diese Überraschungen nicht abgeschreckt, aber sie waren da – natürlich waren Sie da und ich zeige euch heute ein paar Bilder von dem was uns erwartete:

Das Arbeitsoutfit des Liebsten. Da wir mit dem schlimmsten rechneten, waren wir für den Abriss von Decke und Fußboden gut geschützt, ohne Atemmaske, Schutzbrille und Anzug ging gar nichts. Und schon beim Abriss der Decke stießen wir auf die wirklich große Herausforderung. Wir wussten das an der Stelle wo angebaut werden sollte, schon mal etwas stand. Schon beim Aushub für die Bodenplatte kam uns das zu Gute. Denn wir mussten gar nicht großen neuen Sand auffahren, da der Untergrund schon perfekt vorbereitet war. Also wir aber dann die Decke im alten Arbeitszimmer abnahmen kam auch ein alter Stahlträger zum Vorschein, der wohl früher mal ebenfalls den Durchgang gestützt hat. Eigentlich gut, wäre er doch richtig verbaut gewesen, aber die obere Giebelwand des Hauses war einfach nur mit solchen Holzunterlegkeilen gestützt und rein theoretisch, hätte bei einem Erdbeben einfach alles in Sich zusammenfallen können. Daher konnte wir das Projekt Druchbruch und neue Stahlträger nicht mal eben so umsetzen. Stattdessen mussten 3 große Löcher in unser Schlafzimmer (siehe nächstes Bild) gestämmt werden um den Giebel, während des Einbaus des neuen Stahlträgers, zu stützen. Verrückt! Gott sei Dank ist alles gut gegangen und wir wissen nun, dass alles wieder stabil hergestellt ist. Das ist nämlich ein absoluter Vorteil, wenn man selber saniert, bzw. immer dabei ist, wenn was gemacht wird und nicht fertig etwas kauft. Man kennt die Schwachstellen seines Hauses. Dies ist jetzt Gott sei Dank keine mehr!

Ein kleiner Tipp für alle die Sanierung wollen: Wie auch schon im Wohnzimmer mit der aufsteigenden Feuchtigkeit, hatten wir unter den Dielen mit diesem nervigen Dämmmaterial zu tun. Einzufüllen ist es sicher leicht, wieder auszubauen eher nicht so. Man hat also bei der Sanierung immer wieder mit unliebsamen Aufgaben zu tun, aber wenn man gerade diese Dinge selber und Sorgsam (Mülltrennung!) macht, kann man gut Geld sparen.

Eine weitere Überraschung, wo wir alle, einschließlich der Handwerker nur mit den Köpfen geschüttelt haben, war die Entdeckung unserer Weihnachtskisten auf dem Dachboden. Wir hatten die Schieferplatten entfernt und die Holzkonstruktion auf der Sie befestigt waren. Und hinter dieser Konstruktion war im Bereich des Dachbodens einfach mal nix. Gar nix. Kein Fenster, keine Steine, nix- Wir hatten auf einmal freie Sicht auf unsere Umzugskartons. Und das an mehreren Stellen des Hauses. Kein Wunder das es an manchen Stellen manchmal echt Kalt war. Hätte man auch im Gartenhaus sitzen können. Gott sei Dank, konnte wir aber im Zuge des Anbaus auch dieses Problem lösen und dadurch gleich die Optik unserer Hauses verschönern.

Ja und dann habe ich einfach noch ein paar Bilder mit Baustellenchaos, denn wenn man umbaut oder anbaut, dann muss man sich bewusst sein, es wird viel Chaos geben. Und auch Dinge die vorher eigentlich ordentlich und schön waren, werden nicht mehr so aussehen wie vorher. In unserem Fall ist das der Garten. Der hat wirklich, wirklich gelitten und besteht statt aus Rasen eigentlich nur noch aus schwarzer Erde. Das war übrigens ein Teil mit dem ich nicht gerechnet habe. Klar, um den Anbau drum rum, aber nicht der restliche Garten. Aber dadurch das die Handwerker Monatelang ihr Material auf dem Rasen gelagert haben, ist darunter natürlich alles kaputt gegangen. Wir haben jetzt also noch einiges zu tun, bis die Gartensaison so richtig los geht und ich hoffe das wir es mit den Jungs hinbekommen den Rasen neu an zu sähen.

Ach und zum Glück haben wir uns dafür entschieden auch die Gaube dämmen zu lassen, denn darauf haben sie bei der „Sannierung 2009“ mal eben einfach so verzichtet. Und es war im Winter immer bitterkalt im Badezimmer.

 

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2 Comments

  • Reply
    Peggy
    03/17/2017 at 16:23

    Bauen, umbauen, anbauen…. ich kenne keine Story bei der alles glatt lief. Im text hoerst du dich total cool an, ich denke du hast bestimmt ein paar Mal gedacht du explodierst.
    Gut das es nun so schoen ist bei euch… es hat sich gelohnt!
    Schoenes Wochenende
    P.

    • Reply
      Kerstin
      03/20/2017 at 08:02

      Oh ja, Bauen ist wirklich ein Abendteuer. Als wir das Haus gekauft haben waren wir jedes Mal noch total schockiert, aber bei diesem Anbau haben wir tatsächlich mit dem schlimmsten gerechnet und waren auf so einiges vorbereitet. Mehr genervt hat uns dann tatsächlich eher, dass es sooooo lange gedauert hat, bis wir überhaupt loslegen konnten. Aber als dann die Handwerker da waren und wir wussten die machen gute Arbeit, da gings dann tatsächlich gut.

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